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Einbürgerung ArtikelUnter Einbürgerung oder Naturalisation versteht man die Verleihung der Staatsbürgerschaft bzw. Staatsangehörigkeit an Ausländer.
Ablauf in dem Großteil Europas | |
Die Betroffenen sind meist schon länger in dem aufnehmenden Land, weil es fast überall eine Wartezeit gibt. In Europa wird die Staatsbürgerschaft in dem Regelfall erst nach 5 bis 10 Jahren verliehen.
In Sonderfällen ermöglichen jedoch viele Staaten schon eine frühere Einbürgerung - beispielsweise
- für ehemalige Staatsangehörige und deren Kinder (d.h. also Wiedereinbürgerung)
- für Staatsangehörige von Staaten mit derselben Landessprache bzw. demselben Kulturkreis
- durch Eheschließung mit einem Landesbürger
- auf Antrag mit spezieller Begründung (z.B. bei Unternehmern oder verdienstreichen Künstlern
- bei Wissenschaftern bzw. bei der Berufung ausländischer Hochschulprofessoren
- auf Fürsprache einflussreicher Personen (analog dem römischen Patron) bzw.
- bei Sportlern (oft bei Fußballern oder Hochleistungssportlern ).
Wie diese Möglichkeiten in dem einzelnen aussehen, darin unterscheidet sich die Rechtslage und Praxis verschiedener Staaten zu dem Teil erheblich.
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Die Einbürgerung in der Schweiz | |
In vielen Kantonen der Deutschschweiz ist die Einbürgerung neben allgemeinen Erfordernissen an die Zustimmung der Stimmbürger der jeweiligen Gemeinde gebunden. Sie erfolgt dann offen an der Gemeindeversammlung, früher auch durch Urnenabstimmung . Weil aber zuletzt viele Gesuche von ehemals jugoslawischen Bürgern abgelehnt worden waren (z.B. in Emmen LU), entschied das Bundesgericht 2003, dass die Einbürgerung ein begründungspflichtiger Verwaltungsakt sei. Urnenabstimmungen sind damit als verfassungswidrig, weil hier keine Begründung möglich ist, untersagt. Viele Gemeinden weigern sich, diesem Entscheid Folge zu leisten, sodass dort vorerst niemand mehr eingebürgert wird.
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Fremdenangst, Menschenrechte und Überalterung | |
Seit die europäischen Staaten eine verstärkte Einwanderung aus dem Orient, Südasien und Nordafrika verzeichnen, haben viele Bürger eine Sorge vor Überfremdung. Daher werden ab und zu die Gesetze oder Verordnungen neu und etwas restriktiver gestaltet. Politische Parteien mit nationalistischer Klientel befördern dies, teilweise mit populistischen Argumenten. Vor letzterem sind allerdings auch "bürgerliche Parteien" und Sozialdemokraten nicht gefeit.
Andererseits sind viele überzeugt, dass die
Insgesamt lässt sich feststellen, dass jedem Volk eine gewisse "Blutauffrischung" durch Immigranten gut tut. Freilich sollte deren Akzeptanz in der aufnehmenden Gesellschaft großteils gegeben sein - wie auch die Bereitschaft der Einwanderer zur gesellschaftlichen Integration.
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Letztere hängt stark von der kulturellen Herkunft ab und z.B. bei muslimischen Immigranten kleiner. Gegenüber sehr verschiedenen Kulturkreisen ist auch die Angst vor Überfremdung größer als etwa gegenüber Osteuropäern .
Erstaunlich (bzw. mit Blick auf die Menschenrechte erfreulich) ist jedenfalls die große Akteptanz auch von sehr großen früheren Flüchtlingswellen - etwa i vor 15-20 Jahren aus Polen, während des Bosnienkrieges (den bosnischen Moslems kam auch ihre religiös eher liberale Einstellung zugute), und 1956 nachdem Ungarnaufstand.
Relativ viele Einbürgerungen verzeichnete beispielsweise das Römische Reich um die Zeitenwende und die europäische "Gründerzeit" von etwa 1860 bis 1910. Regionale Schwerpunkte von Immigration gab es aber zu fast jeder Zeitepoche in den Hauptstädten größerer Staaten, sowie bei besonders reger Bautätigkeit (z.B. Wiener Ringstraßenzeit oder jetziger Berliner Bauboom).
Ineressant ist festzustellen, dass der Wunsch nach Einbürgerung unter den Immigranten verschiedener Staaten stark variiert. So war z.B. in dem Österreich der 1990er Jahre bei Einwanderern aus Rumänien (nicht ca. unter Donauschwaben) und Ägypten besonders hoch (jährliche Quote 9 und 8 %), gefolgt von Türken. Ca. 2 Prozent betrug hingegen die Einbürgerungsrate aus Jugoslawien (bei Kroaten deutlich höher als bei Serben). Zuwanderer/innen aus reicheren Herkunftsstaaten (EU, Vereinigte Staaten Amerika) haben praktisch überhaupt kein Interesse an einem Erwerb der neuen Staatsbürgerschaft (Einbürgerungsraten zwischen 0,2 Prozent und 0,3%).
Bei der Fußball-EM 2004 in Portugal ereignete sich hingegen Ungewöhnliches. Der Trainer der recht erfolgreichen Griechen, Otto Rehhagel aus Essen, sollte auf Wunsch von Griechenlands Staatspräsident dort eingebürgert werden. Eine große Tageszeitung scherzte daraufhin, ob der Nationaltrainer dann Rehhagelidis heißen würde. Außerdem schlug sie eine "Einbürgerungsoffensive" zugunsten des DFB vor - mit dem Motto Deutsche Vorfahren erwünscht, aber nicht Bedingung.
Siehe auch: Ausländer, Alterung , Nativismus, Liste der Rechtsthemen, Überfremdung
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